18.03.2013

Was ist ein Hydrostatikgetriebe?

Ein Schaltgetriebe wie beim Auto sollte ja prinzipiell jedem bekannt sein, aber wie funktioniert das bei Gartentraktoren und Co., bei dem man einfach starten und dann stufenlos ohne zu schalten die Geschwindigkeit anpassen kann?

Die Antwort: ein Hydrostatikgetriebe (auch Hydrostatgetriebe oder hydrostatischer Antrieb genannt). Stark vereinfacht gesprochen ist dies eine Kombination aus einer Hydraulikpumpe und einem Hydraulikmotor, die mit unter Druck stehendem Hydrauliköl funktioniert. Pumpe und Motor sind über Druckleitungen miteinander verbunden, wobei der Motor die hydraulische in mechanische Energie umwandelt. Diese wird dann über ein Differenzialgetriebe auf die Antriebsachsen weitergegeben. Hydrostatikgetriebe finden aber nicht nur in Gartentraktoren Gebrauch, sondern auch in Gabelstaplern und – in etwas komplexerer Form – auch in landwirtschaftlichen Traktoren.

Kein Wunder, denn im Vergleich zu anderen Getriebearten besitzt es einige nennenswerte Vorteile:

Es sorgt zum Beispiel dafür, dass die Maschinen, in denen es verbaut ist, besonders leicht zu manövrieren und zu bedienen sind und dabei gleichzeitig die nötige Kraft mit sich bringen.

Außerdem gelten sie als recht wartungsarm, da die Kraftübertragung anders als beim Auto nicht über mechanische Bauteile, sondern über das Hydrauliköl erfolgt. Durch die entfallenden Bauteile ist es also weniger anfällig für Verschleißerscheinungen.

Dennoch sollte ein Hydrostatikgetriebe gemäß den Herstellerangaben regelmäßig gewartet werden. Hierzu gehört, dass der Ölstand geprüft werden und gegebenenfalls Öl nachgefüllt werden muss. Einmal jährlich sollten Öl und Filter auch komplett getauscht werden. 

Die meisten Hydrostatikgetriebe besitzen ein Hydraulik-Saugleitungssieb, das ebenfalls kontrolliert werden sollte, da das Getriebe möglicherweise zu ruckeln anfängt, wenn das Sieb verschmutzt bzw. verstopft ist.
Auch Ventile und Leitungen sollten regelmäßig auf Dichtigkeit hin überprüft werden, da fehlender Öldruck ebenfalls zu Unregelmäßigkeiten im Getriebe führen kann.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass ein Hydrostatikgetriebe die beste Wahl ist, wenn es darum geht Manövrierfähigkeit, Kraft und letzten Endes auch Fahrspaß miteinander zu kombinieren.